Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Harlaching

Die Weisen heilen, was noch nicht krank ist.
Chinesische Weisheit


Yang Sheng - die Pflege des Lebens

"Krankheiten zu behandeln, die sich bereits voll entwickelt haben, ist genauso, als ob man einen Brunnen gräbt, wenn man durstig ist oder als ob man Waffen schmiedet, wenn der Krieg bereits angefangen hat – Ist das nicht bereits zu spät?" so lautet eine Frage im 2. Kapitel des Su Wen, einem Teil des Huángdì Nèij?ng. Es zählt zu den Standardwerken der chinesischen Medizin, seine älteste Abschnitte sind mehr zweitausend Jahre alt. Hierzulande ist es unter anderem als "Klassiker des gelben Kaisers" bekannt. Letztendlich stellt die zitierte Passage eine Frage nach dem Nutzen der Krankheitsprävention, die heutezutage nicht minder aktuell ist. Unsere überlieferten Redewendungen wie "Du mußt den Brunnen graben, bevor du Durst hast.", "Der kluge Mann baut vor.", "Wer ernten will, muß erst den Samen streun." oder schlicht "Wehret den Anfängen." klingen zwar eher wie Anweisungen oder Ratschläge, zielen aber auf das Gleiche ab: Wer lange gesund leben möchte, muss etwas dafür tun.

Eigentlich wäre alles ganz einfach...

Die auf den alten chinesischen Quellen basierende Lehre von der Lebenspflege hatte diesbezüglich ein klares Ziel: das lange Leben. Zu ihren Grundregeln gehören viele Empfehlungen, die eigentlich ganz selbstverständlich klingen und doch im Alltag immer wieder untergehen. Manche sind ganz simpel, wie etwa der Rat eine für die Jahreszeit angemessene und bequeme Kleidung zu tragen oder auf eine gesunde Umgebung zu achten, in der man sich wohl fühlt. Die Empfehlung, eine gesunde Balance von Ruhe und Belastung anzustreben, ist dagegen für viele Menschen vielleicht  eine der größten Herausforderungen im heutigen Alltag. Auch im alten China wusste man bereits, dass der Müßiggang gepaart mit Nichtstun, der Vitalität ebenso im Wege steht wie die Überanstrengung. Lediglich der Fokus war ein anderer, da im Vordergrund immer das Nähren und Bewegen von Qi, Blut und Flüssigkeiten standen.

Da ist es nur konsequent, dass es auch ein paar Ratschläge zur Ernährung gibt. Im Vordergrund steht dabei die regelmäßige Nahrungsaufnahme im eigenen Rhythmus. Vegetarisch, vegan, paleo oder andere Ernährungskonzepte standen damals nicht so hoch im Kurs wie heute, empfohlen wurde vielmeher eine ausgewogene Mischkost, die man am besten in netter Runde zu sich nehmen sollte. Die Mengen sollten nicht zu groß und nicht zu klein sein. Wer sein Leben pflegen will, isst idealerweise von allem etwas - nicht zu viel, nicht zu wenig.

"Es gibt niemanden, der nicht isst und trinkt, aber nur wenige, die den Geschmack zu schätzen wissen", meinte einst Konfuzius. Ein wichtige Feststellung, denn Essen darf man auch genießen. In diesem Zusammenhang empfiehlt die chinesische Medizin, dass alle fünf Geschmäcker von süß, über scharf, salzig und sauer bis hin zu bitter gleichermaßen Teil der Ernährung sein sollten. Aber alles in Maßen und der jeweiligen Konstitution entsprechend darf es vielleicht von dem einen oder anderen Geschmack etwas mehr sein! Milchprodukte werden etwas kritischer eingestuft als dies hierzulande derzeit üblich ist. Die Haltung von Milchvieh war im alten China ohnehin nicht sehr verbreitet. Fettiges sollten die meisten Menschen eher meiden.

Leben im Einklang mit der Natur - aber wie?

Weit entfernt sind die modernen Stadtmenschen derzeit vom Leben im Einklang mit der Natur. Wer geht schon im Winter früh zu Bett und steht spät auf? Wer regeneriert meditierend im Winter, hält sich ruhig, weil die Kälte einen ohnehin verlangsamt, und wartet geduldig auf das Frühjahr? Im Sommer darf man dagegen sogar spät zu Bett gehen und früh aufstehen und pflegt dennoch das Leben. Ganz nebenbei eine weitere uralte Weisheit: Nicht nur auf die Schlafdauer, auch auf dessen Qualtiät kommt es an. Der Schlaf sollte also erholsam sein.

Wir tendieren hier zum Frühjahrsputz, doch für die Chinesen gehört das Aufräumen in den Herbst. Im Frühjahr geht es dagegen nach draußen, es ist Zeit für den Neustart, aber im Herbst sollte man den Rückzug einleiten und sich auf den Winter vorbereiten.

Das Leben sollte sich also entsprechend den fünf Wandlungsphasen eher durch einen jährlichen Rhythmus des nach Außen gehens von Frühjahr bis Sommer und sich nach Innen zurück ziehens in Herbst und Winter geprägt sein - für viele schwer vereinbar mit den Anforderungen im heutigen Arbeitsalltag. Aber in der Freizeit kann man den Gedanken dennoch im Hinterkopf behalten.

Das Leben genießen!

Im Denken der Chinesen sind Körper und Geist eins. Nicht nur der Körper soll genährt werden, auch der Geist - vielleicht durch Meditation, ein gutes Gespräch, den Genuss der Schönheit der Umgebung oder eines Textes - innehalten, durchatmen und den Augenblick genießen. Der Geist beansprucht nicht viel Zeit am Tag, aber dankt es, wenn man zwischendurch im hier und jetzt der Gegenwart ankommt und ihre schönen Seiten entdeckt, bevor man sich wieder auf die Aufarbeitung der Vergangenheit oder auf die Planung der Zukunft konzentriert. Wem es dann noch gelingt, emotional ausgeglichen zu leben, der pflegt sein Leben schon recht gut.

Wäre da nicht der Stress, der uns alle plagt...

Krankheiten vorbeugen & Stress abbauen mit Akupunktur

Die Akupunktur diente ursprünglich der Vermeidung von Krankheiten, also dem Erhalt der Gesundheit. Dieser Nutzen ist heutzutage zu Gunsten der Behandlung von Erkrankungen in den Hintergrund getreten. Im Wellness-Bereich scheint die Akupunktur inzwischen jedoch angekommen zu sein. 

Alltagsstress in Folge von Zeitdruck, Konflikten, Ängsten, Überforderung oder Reizüberflutung kann zu einer körperlichen und seelischen Erschöpfung führen, die unter anderem Krankenheiten begünstigen kann. Diese beeinträchtigen oft nicht nur das Wohlbefinden. Vorzugsweise kommen sie außerdem dann, wenn man sie am wenigsten brauchen kann. Doch wann kann man eine Krankheit schon brauchen?

Mit Hilfe der japanischen Meridiantherapie sollen Ungleichgewichte im Körper ausgeglichen werden. Zudem empfinden viele Menschen eine Akupunkturbehandlung als sehr entspannend. Sowohl eine körperliche wie eine mentale Anspannung kann sich auf diese Weise lösen. So kann Akupunktur zur individuellen Entschleunigung und zur Erholung von den Anforderungen im Alltag beitragen, sowie das Allgemeinbefinden verbessern.

Wenn Sie Interesse daran haben, ergänze ich vorbeugende Behandlungen und Akupunktur bei Stress durch Kräuter sowie Atem- und Bewegungsübungen aus dem Sotai.

 

Bitte beachten Sie: Akupunkturbehandlungen gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren.