Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Gelbwurz (Curcuma longa)

Den Gelbwurz, besser bekannt unter seiner lateinischen Bezeichnung Curcuma / Kurkuma (Curcuma longa), kennen viele nur als gelbes Pulver, das man als Gewürz verwenden kann. Stücke des Rhizoms, den Überdauerungsorganen, werden jedoch auch in Naturkostläden verkauft. Sie erinnern an seinen Verwandten, den Ingwer, sind jedoch dünner und kleiner. Zudem sind sie intensiv gelb-orange gefärbt. Diese Farbe verdanken sie einem Inhaltsstoff, dem Curcumin - und nach ihr ist die Pflanze auch benannt. Denn sowohl arabisch "kurkum" als auch altindisch "kunkuman" bedeuten Safran. Die Wurzeln sind dem Namen nach so gelb wie der Safran.

Die Heimat des Gelbwurz ist Südasien, wo er traditionell einen festen Platz in der Küche hat - insbesondere als Bestandteil der Curry-Mischung. Das Kraut verfügt über lange, wechselständig angeordnete Laubblätter, d.h. auf jeder Etage befindet sich je ein Blatt im Wechsel mal auf der einen und mal auf der anderen Seite. Sie bilden mit ihrer Blattscheide scheinbar einen Stängel. An den 20 cm und längeren Blattstielen befindet sich das eigentliche, längliche bis elliptische Laubblatt, die Blattspreite, mit 30 cm und mehr Länge. Die Pflanze bildet einen ährenförmigen Blütenstand mit orangefarbenen Blütenkelchen, die man hierzulande allerdings nur selten zu Gesicht bekommt.

Medizinisch genutzt werden neben den aus China, Indien und Indonesien stammenden Wurzelstöcken der Curcuma longa auch diejenigen der Javanischen Gelbwurz (C. zanthorrhiza). Sie lindern einerseits Verdauungsstörungen wie Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Obstipation und Beschwerden von Leber und Gallenblase, andererseits gelten sie als protektiv im Hinblick auf verschiedene Krebserkrankungen.Gelbwurz wird daher in der chinesischen Medizin unter anderem als bewegendes und tonisierendes Kraut eingeordnet.

Die Cholesterinwerte sinken, während die HDL-Werte unter dem Einfluss von Curcuma ansteigen. Zudem haben sich die Curucumawurzeln unter anderem in der unterstützenden Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen bewährt. So kam es vermutlich, dass man den Gelbwurz zum Superfood erklärte. 

Idealerweise erfolgt die Anwendung in Form eines standardisierten Extrakts. Für eine Tasse Tee können Erwachsene bis zu einem Gramm der pulverisierten Wurzel mit kochendem Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lasen.

Mögliche Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit, Blähungen oder Beschwerden im Magen. Bei Erkrankungen von Leber- und Gallenblase einschließlich Gallensteinen soll auf Curcuma allerdings verzichtet werden. Zudem sind Wechselwirkungen mit Medikamenten nicht ausgeschlossen.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Zum Weiterlesen (ausführliche Zusatzinformationen zu Curcuma):

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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