Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Engelwurz (Angelicae radix)

Die auch als Angelika bekannte Engelwurz (Angelica officinalis oder Angelica archangelica) gehört wie der Fenchel zu den Doldenblütlern (Apiaceae). Einer Sage zu Folge hat der Erzengel Rafael einen Einsiedler auf die heilsame Wirkung der Pflanze hingewiesen. Medizinisch genutzt werden die Wurzeln der bis zu zwei Meter emporragenden, zwei bis vierjährigen Staude. Ihr Stängel verzweigt sich erst im oberen Bereich, die Fiederblätter werden bis zu 60 cm lang. Die Doppeldolden mit den grünlich-weißen Einzelblüten sind halbkugelig geformt. Sie blüht nur einmal.

Als Phytotherapeutikum wird die Engelwurz als Tee oder Tinktur vor allem bei Erkrankungen des Verdauungstrakts eingesetzt, aber auch bei Magersucht und Bronchitis. In der chinesischen Medizin ist die Engelwurz unter anderem ein wichtiges Tonikum für den Verdauungstrakt, die sogenannte Mitte, die wärmt und trocknet. Die Wirkung ist nicht identisch mit derjenigen ihrer chinesischen Verwandeten, der Angelica sinensis.

Für die Zubereitung eines Tees nehmen Erwachsene pro Tasse einen Teelöffel der getrockneten Wurzel und überbrühen sie mit kochendem Wasser. Man lässt sie etwa 15 Minuten abgedeckt ziehen. Alternativ kann die Wurzel kalt angesetzt und kurz aufgekocht werden. Für einen appetitanregenden Effekt sollte die Engelwurz mit anderen verdauungsfördernden Kräutern kombiniert zwei- bis dreimal getrunken werden. Lassen Sie sich bezüglich einer geeigneten Teemischung von einer fachkundigen Person beraten.

Engelwurz enthält Furanocumarine, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen können. Man sollte daher auf einen effektiven Sonnenschutz achten. Sie darf nicht mit Gerinnungshemmern kombiniert werden. Auch bei Geschwüren im Magen-Darm-Trakt oder Divertikulitis sollte auf den Konsum der Arzneipflanze verzichtet werden. Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

 

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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