Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Ginkgo (Ginkgo folium)

Der Ginkgobaum (Ginkgo biloba) stammt aus dem Osten Asiens, wo er in Tempeln angebaut wird. Inzwischen wird er aber auch hierzulande kultiviert. Sein Name wurde aus dem Japanischen von "gin" für silber und "kyo" für Frucht abgeleitet, dort heißt er demnach Ginkyo. Doch Linné übernahm einen Schreibfehler des deutschen Arztes und Japanforschers Engelbert Kaempfer und so wurde aus dem Ginkyo im Westen ein Ginkgo - korrekt Ginkgo biloba, womit auch die charakteristischen, zweilappigen (bilobus) Blätter mit ihrer aufgegabelten Nervatur in den Namen eingeflossen sind.

Die Blätter des Ginkgos gehören zu den wenigen Arzneipflanzen, die sich in der sogenannten Schulmedizin etablieren konnten, da sie eine altersbedingt nachlassende Gedächtnisleistung verbessern können. Extrakte der Blätter werden daher zur Prophylaxe und bei beginnender Demenz eingesetzt. Auch Gleichgewichtsstörungen, Schwindel und Tinnitus können durch Ginkgo gelindert werden. Sofern ernste Ursachen durch ärztliche Untersuchungen ausgeschlossen wurden, kann Ginkgo versuchsweise auch zur Behandlung von Durchblutungsstörungen verwendet werden.

In der chinesischen Medizin werden die Blätter des Ginkgo als Blut bewegendes Kraut geschätzt. Um festzustellen, ob eine Blutstase vorliegt, inspiziert der Therapeut die Haut, aber auch die Zunge des Patienten.

Die Anwendung von Ginkgo erfolgt in Form von standardisierten Tinkturen oder Extrakten nach Herstellerangaben. Eine Teezubereitung ist nicht üblich. Mögliche Nebenwirkungen sind Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, Kopfschmerzen und allergische Reaktionen. Dann sollte Ginkgo abgesetzt werden. Mit Gerinnungshemmern sollte Ginkgo ebensowenig kombiniert werden wie mit einer Chemotherapie. Darüber hinaus sind viele Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich. Lassen Sie sich hierzu in der Apotheke oder beim Arzt aufklären.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Behandlungen mit Kräutern gehören teilweise zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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