Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Gundermann (Glechomae herba)

Der Gundermann (Glechoma hederacea) ist auch als Gundelrebe bekannt. Das wintergründe Kräut wächst bevorzugt etwas verborgen am Fuß von Bäumen oder in der Wiese und verzweigt sich über lange, sich verzweigende Ausläufer. 10 bis 30 cm ragen die Triebe mit den kreuzgegenständig angeordneten, nieren- bis herzförmigen Blättern nach oben. Die Blätter sind fast so breit wie lang und haben eine abgerundete Spitze. In ihren Blattachseln bilden sich im Frühjahr die lilafarbenen Lippenblüten. 

Der Gundermann gehört also wie Thymian, Pfefferminze, Melisse, Lavendel, oder Andorn zur großen Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Schon römische Ärzte und Hildegard von Bingen haben ihn als Arzneipflanze beschrieben. Zwischenzeitlich war er etwas in Vergessenheit geraten, doch neuerdings hat ihn die Forschung aufgrund interessanter Inhaltsstoffe wieder entdeckt.

Bei Erkältungen löst er den zähen gelben Schleim. Zudem wirkt er entwässernd und sorgt dabei für die Ausscheidung harnpflichtiger Stoffe. Darüber hinaus gilt er als wichtiges Kraut bei eitrigen Erkrankungen, da er antiinfektiös wirkt.

In der chinesischen Medizin wird der Gundermann unter anderem gegen heißen Schleim und Toxine eingesetzt, aber auch zum Stärken von Niere und Lunge. 

Für die Zubereitung eines Tees nehmen Erwachsene pro Tasse einen Teelöffel des getrockneten Krauts und lassen es 10 Minuten abgedeckt ziehen, nachdem es überbrüht wurde. Zusätzlich sollte man reichlich trinken, um Flüssigkeitsverluste auszugleichen. Äußerlich kann der Gundermann auf schlecht heilenden oder eitrigen Wunden angewendet werden. Hierzu kann man Umschläge mit dem frisch zubereiteten, abgekühlten Tee machen.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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