Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Quecke (Graminis rhizoma) und Heublume (Graminis flos)

Die Kriechquecke wurde nach ihrem feinen, aber zähen Rhizom (= Wurzelstock) benannt, dass sich hartnäckig überall ausbreitet, wo sich das Gras angesiedelt hat. Je mehr man darauf herum tritt und versucht es zu entfernen, desto besser wächst es. Auf schlechten Böden breitet sich die Quecke pro Jahr 30 cm aus, auf guten bis zu eineinhalb Metern. So bilden sich über die Jahre in den Wiesen Horste der Quecke.

An ihren kahlen, aufrechten Halme wachsen schlaffe Laubblätter, die bis zu 30 cm lang werden, aber meist nicht breiter als 5 mm. Endständig der Halme bilden sich von Juni bis August die Blütenstände mit 10 bis 20 mm langen Ähren. Charakteristisch sind die spitzen, lanzettförmigen Hüllspelzen. Jeder Halm bildet etwas 50 Samen.

Zäh wie sie ist, kann man sie nicht so leicht pflücken, man braucht schon etwas Werkzeug. Dann aber kann das Gras einem Salat zugefügt werden, es gilt als Lieferant von Polysacchariden und Proteinen.

Der Wurzelstock der Quecke und seine Wirkung
Die Zähigkeit der Pflanze soll sich auf denjenigen übertragen, der einen aus dem getrockneten Wurzelstock (Graminis rhizoma) zubereiteten Tee trinkt. Dieser schmeckt angenehm süß, etwas salzig und leicht bitter. Zudem durchspült der Tee die Harnwege und wirkt beruhigend auf die Schleimhäute. Ebenso hat er sich in der Erfahrungsmedizin begleitend in der Therapie von Hauterkrankungen wie Akne oder Furunkeln bewährt. Er gilt ferner als Lymphbeweger bei Lymphstau.

Erwachsene verwenden 2-3 Teelöffel pro Tasse für die Zubereitung des Tees, den man 20 Minuten ziehen lässt. Alternativ kann man ihn auch kalt ansetzen und aufkochen. Drei Tassen können täglich getrunken werden.

Vorsicht ist im Falle einer gemeinsamen Anwendung mit Blutdrucksenkern geboten, die ebenfalls entwässernd wirken. Hierzu gehören ACE-Hemmer, Sartane oder Diuretika, da deren Wirkung verstärkt werden kann.

Heublumen und ihre Wirkung
Medizinisch werden nicht nur die Wurzeln, sondern auch Grasblüten verwendet. Unter der Bezeichnung Heublumen (Graminis rhizoma) wird eine Mischung von Grasblüten angeboten, die unter anderem die Blüten der Quecke enthält.Heublumen werden äußerlich angewendet für Bäder und Umschläge. Sie werden in der Volksmedizin bei Schmerzen im Bewegungsapparat geschätzt, da sie nicht nur schmerzlindernd, sondern auch krampflösend bei Verspannungen wirken.

Für ein Vollbad sollten Erwachsene 500g Blüten mit 3-4 l kochendem Wasser übergießen, 1 Minuten kochen und dann 30 Minuten ziehen lassen. Nach dem Abseihen kann man den Sud einem Vollbad zugeben. Die Badezeit beträgt 15 Minuten, anschließend wird 1 h Bettruhe empfohlen. Es können auch Teilbäder von Händen oder Füßen durchgeführt werden.

Alternativ kann man Heublumen in einen Sack füllen, mit kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, ausdrücken, warm (ca. 40 °C) in ein Tuch gewickelt auf die schmerzende Stelle legen und mindestens 30 Minuten einwirken lassen. Ein Heublumensäckchen ist 1x verwendbar.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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