Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Nachtkerzenöl (Oenotherae oleum)

Die Nachtkerze (Oenothera biennis) kam zu ihrem Namen, weil sich ihre weißen, gelben, rosa oder purpurfarbenen Blüten in der Dämmerung innerhalb weniger Minuten öffnen und so zuerst die Nachtschwärmer unter den Insekten anlocken. Diese benötigen einen langen Rüssel, um an den Nektar zu gelangen. Im ersten Jahr bildet sich eine grundständige Blattrosette, aus der im zweiten Jahr der Stängel bis zu zwei Meter hoch aufrecht nach oben strebt. In den Blattachseln und an ihrer Spitze öffnen sich ab Juli bis zum ersten Frost täglich neue Blüten. Jede Pflanze bildet tausende von Samen, die in länglichen Kammern heranreifen bis sie sich im Herbst öffnen. Dann reicht ein kleiner Windstoß, um sie zu verteilen.

Diese Samen enthalten das begehrte Nachtkerzenöl (Oenotherae oleum), das sich durch einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren auszeichnet. Hierzu gehören die Gamma-Linolen- und die Linolsäure. Ergänzend zu einer Standardbehandlung kann das Nachtkerzenöl zur Linderung einer Neurodermitis oder von Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulzerosa beitragen. Allerdings handelt es sich hierbei noch nicht um wissenschaftlich anerkannte Anwendungsgebiete, da die Studienergebnisse bisher widersprüchlich sind. Unabhängig davon kann das äußerlich angewendete Öl eine trockene und empfindliche Haut bei Juckreiz beruhigen. Die Dosierung erfolgt nach Herstellerangaben.
 
Nebenwirkungen einer innerlichen Anwendung können sich in Form von Kopfschmerzen, Übelkeit oder anderen Magen-Darm-Beschwerden zeigen.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sowie Patienten unter medikamentöser Therapie sollten Nachtkerzenöl nur nach Rücksprache mit dem behandelden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen. Wechselwirkungen mit Medikamenten können nicht ausgeschlossen werden, daher sollte vor einer gemeinsamen Anwendung mit Arzneimitteln ein Arzt und ein Apotheker zu Rate gezogen werden. Es besteht bei einer Kombination mit bestimmten Arzneistoffen ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle! Zudem kann die Wirkung einiger Wirkstoffe beeinträchtigt werden.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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