Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Beinwell (Symphyti radix)

Der Beinwell (Symphtum officinale) ist ein altes Mittel, das die Knochen beim Zusammenwachsen unterstützt. Dieser Eigenschaft verdankt er auch seinen Namen. Er gehört schon lange zu den in Apotheken verfügbaren Arzneipflanzen, was an dem Namenszusatz "officinale" erkennbar ist.

Wie der Borretsch gehört der Beinwell zu den Raublattgewächsen (Boraginaceae) - und rau ist er auch anzufassen, denn sowohl seine Stängel als auch großen eiförmigen Blätter sind behaart. In den Blattachseln bilden sich von Mai bis Juli die glockenförmigen rot-violetten Blüten, deren Kronblätter zu einer behaarten Röhre verwachsen sind, an Blütenständen. Sie locken viele Bienen, Hummeln und andere Insekten an.

Medizinisch werden die Wurzel und das Kraut verwendet - innerlich allerdings nur noch in homöopathischer Verdünnung. Grund sind die im Beinwell enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide, die im Verdacht stehen, die Leber zu schädigen. Äußerlich lindert der Beinwell in Umschlägen oder Salben Schmerzen in Muskeln und Gelenken einschließlich stumpfe Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen oder Verstauchungen. Auch bei Arthrose oder Sehnscheidentzündungen kann er vorübergehend zum Einsatz kommen. Aufgrund der mit den Pyrrolizidinalkaloiden verbundenen Risiken sollte man ihn auch äußerlich nicht länger als vier bis sechs Wochen im Jahr verwenden, wenn keine Pyrrolizidinalkaloid-freie Zubereitung verfügbar ist.

5 bis 10 g des aus der getrockneten Wurzel hergestellten Pulvers können mit weniger als 100 ml Wasser aufgekocht zu einem Brei verarbeitet werden, den man auf ein Tuch streichen und dann abgekühlt auf eine angenehmene Temperatur als Auflage oder Wickel anwenden kann (Dauer der Anwendung ca. 15 bis 20 Minuten). Auch diese Anwendungsform sollte auf vier bis sechs Wochen pro Jahr beschränkt werden.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quelle

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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