Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Birke (Betulae folium)

Birken (Betula pendula und Betula pubescens) sind hierzulande weit verbreitete Bäume. Sie zieren mit ihren herabhängenden Zweigen, die sanft im Wind schwingen, viele Gärten und Parklandschaften. Charakteristisch ist ihre weiße Borke, die sich leicht abschält. Typisch ist aber auch die spitz zulaufende Form der Blätter mit ihrem gezähnten Rand. Von April bis Mai bildet die Birke Blütenstände mit unscheinbaren Einzelblüten.

Medizinisch werden die Knospen, die Blätter und die Borke genutzt. Während aus letzterer Extrakte gewonnnen werden, kann man auch getrockneten Blättern einen Tee zubereiten. Mit den Knopsen gewinnt man Auszüge, die als sogenannte Gemmopräparate erhältlich sind. Zu den Anwendungsgebieten der getrockneten Blätter und der Knospen gehören das Durchspülen der Harnwege beispielsweise bei Entzündungen oder Nierengrieß sowie rheumatische Erkrankungen. Aufgrund der entwässernden Wirkung kann eine entsprechende Wirkung von Medikamenten verstärkt werden.

Die bekannten Wirkungen der Birkenblätter deuten aus Sicht der chinesischen Medizin auf eine Feuchtigkeit und Hitze ausleitende Wirkung hin. Darüber hinaus tonisiert die Pflanze aber auch das Nieren-Yin und die Essenz. Daher hat sie einen stark ausgleichenden Effekt: sie beseitigt pathogene Fülle und nährt Yin-Leerezustände.

Für die Herstellung eines Tees für Erwachsene brüht man 2 bis 3 g der getrockneten Blätter mit 150 bis 200 ml kochendem Wasser auf und lässt sie 10 bis 15 Minuten abgedeckt ziehen. Alternativ können aus den Knopsen der Birken gewonnene Mazerate, die sogenannten Gemmoextrakte nach Herstellerangaben verwendet werden, die sowohl aus der Hängebirke (Betula pendula) als auch aus der Moorbirke (Betula pubescens) gewonnen werden.

Um Flüssigkeitsverluste zu verhindern, sollte man zusätzlich zum Tee bzw. den Knospenextrakten reichlich trinken. Bei Harnwegsinfekten mit Fieber sowie einer Schwäche von Nieren oder Herz muss man auf Birkenblättertee allerdings verzichten. Als Nebenwirkungen sind leichte Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen möglich.

Der Inhaltsstoff Betulin wird äußerlich in Gels oder Cremes zur Pflege der Haut und zur Behandlung von verschiedenen Erkrankungen der Haut - etwa bei Ekzemen, Schuppenflechte oder Altersflecken - verwendet. Unterstützend kann die Substanz auch bei aktinischer Keratose zum Einsatz kommen. Die Erfahrungsmedizin berichtet auch von einem positiven Effekt bei Haarausfall. Hautreizungen sind eine mögliche Nebenwirkung.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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