Traditionelle chinesische & japanische Medizin im Glockenbachviertel

Wege entsehen dadurch, dass man sie geht.
Franz Kafka

    
   

Feigenknospen (Ficus caricae gemma)

Feigen (Ficus carica) wachsen inzwischen nicht mehr nur im Mittelmeerraum, auch hierzulande können sie inzwischen überwintern, wenn sie etwas vor der Kälte geschützt werden. Der im Sommer grüne, baumähnliche Strauch wird bis zu zehn Meter hoch und ist stark verzweigt. Ein charakteristisches Erkennungsmerkmal sind seine ledrig festen, etwa 10 bis 20 cm langen und breiten, drei- bis siebenlappigen Blätter, die an der Basis herzförmig sind und deren breiten Blattlappen fingerförmig aussehen. Ihr Rand ist unregelmäßig gezähnt, die Blattoberseite ist dunkler grün als die Blattunterseite. Vor dem aus den Blättern und Stängeln austretenden Milchsaft sollte man sich schützen, denn er kann zusammen mit der Sonne Hautreaktionen verursachen. Andererseits wurde er in der Volksmedizin auf Warzen aufgetragen. Die Blütenstände sind unauffälligen und können mit unreifen Früchten verwechselt werden. In ihrer Heimat tragen Feigen bis zu dreimal im Jahr Früchte.

Hätten Sie gedacht, dass man die Feige als Arzneipflanze genutzt werden kann? Nun dem Obst verdanken wir alljährlich im Spätsommer und Herbst Gaumenfreuden und im weiteren Verlauf sorgen die getrockneten Früchte und ihre Zubereitungen für unser leibliches Wohl, doch aus den Knospen lässt sich ein Auszug herstellen, ein sogenanntes Gemmomazerat, das auch einige körperliche Beschwerden lindern kann.  Dieses kann die Säurebildung im Magen regulieren, die Schleimhaut von der Speiseröhre bis in den Darm schützen und hier Entzündungen lindern. Ferner wirkt der Auszug beruhigend. Daher kann er einerseits saurem Aufstoßen, Magenschmerzen und -entzündungen und andererseits bei Depressionen, Reizbarkeit,  Ängste, Schlafstörungen und Neurosen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus kann man bei Stirnkopfschmerzen das Gemmoextrakt der Feige denken, das man nach Herstellerangaben dosieren sollte. Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Gegen Verstopfung kann man die getrockneten Früchte über Nacht in Wasser einlegen und am nächsten Morgen nüchtern verzehren. Zusätzlich kann man das Quellwasser trinken. Ebenso lindern sie Trockenheit und Reizungen der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt und in den Atemwege. Sie regenerieren ferner  bei Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!