Traditionelle chinesische & japanische Medizin im Glockenbachviertel

Wege entsehen dadurch, dass man sie geht.
Franz Kafka

    
   

Olivenblätter (Oleae folium)

Die etwa 20 m hohen Olivenbäume gehören wie die Zitrusbäume zum Landschaftsbild des Mittelmeerraums. Sie sind sehr anspruchslos und können sehr alt werden. Der gedrehte Stamm des Ölbaums wirkt vielleicht aus deshalb recht knorrig. Unermüdlich treibt er neue Äste aus, selbst wenn sein Inneres bereits abgestorben und hohl ist. Aufgrund seiner schmalen, lanzettförmigen, ledrigen Blätter, die an ihrer Oberseite graugrün, an ihrer Unterseite mit ihrer Behaarung silbrig weiß schimmern, ist die Krone des Baums sehr lichtdurchflutet. In den Blattachseln bilden sich im Juni rispenartig angeordnete Blütenstände mit gelb-weißen Blüten. Nach der Bestäubung bilden sich hier die Steinfrüchte, die im Herbst reif sind – die grünen bis blauschwarzen Oliven. Olympiasieger erhielten einst keine Goldmedaille, sondern einen Kranz aus Olivenblättern.

Medizinisch können neben dem Olivenöl die Olivenblätter (Oleae folium) als auch deren Extrakte genutzt werden. Ihr Nutzen weckt zwar zunehmend das Interesse der Wissenschaft, dennoch gilt ihr Einsatz bei hohem Blutdruck, Erkrankungen des Herzens oder zur Vorbeugung von Arteriosklerose nach wie vor als traditionelle Anwendungen. So können sie die Elastizität der Gefäße verbessern, zu deren Erweiterung beitragen und einen beschleunigten Herzrhythmus beruhigen. Da sie den Gallenfluss anregen, können sie ferner einer Erkrankung der Gallenwege und Gallensteinen vorbeugen. Ebenso können sie zu einer Senkung der Blutfettwerte beitragen und Entzündungen und Krämpfe im Magen-Darm-Trakt lindern. Aus Sicht der chinesischen Medizin bewegen sie das Leber-Qi und das Herz-Blut. Außerdem tonisieren sie das Yin und kühlen auf diese Weise Hitze. Darüber hinaus können sie bei viralen Infektionen und Pilzerkrankungen unterstützend eingesetzt werden.

Für die Zubereitung eines Tees verwenden Erwachsene drei bis viermal täglich zwei bis drei Teelöffel der getrockneten Blätter und lassen diese 30 Minuten abgedeckt ziehen. Äußerlich aufgetragen wirkt Olivenöl entzündungshemmend und befeuchtend bei trockener, rissiger Haut oder Schürfwunden. Zur Behandlung von Hornhaut kann man die betroffenen Stellen mit einer Mischung aus Olivenöl und Meersalz einmassieren und dieses täglich 5 Minuten oder über Nacht einwirken lassen und anschließend abwaschen. An Stelle von Meersalz kann auch Zucker verwendet werden.

Zu den bekannten Nebenwirkungen gehören allergische Reaktionen. Wechselwirkungen mit Medikamenten, die den Blutzucker oder den Blutdruck senken bzw. den Herzrhythmus behandeln können nicht ausgeschlossen werden. Wenn Sie diese Medikamente nehmen, sollten Sie vor der Anwendung von Ölbaumblättern oder deren Blattextrakten Rücksprache mit ihrem Arzt nehmen. Bei schweren Erkrankungen des Herzens oder der Nieren sollten Sie auf medizinische Verwendung von Ölbaumblättern bzw. deren Extrakte verzichten.

Quelle:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!