Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Rosskastanie (Aesculus hippocastanus)

Die bis zu 30 m hohen Kastanienbäume wachsen in vielen deutschen Städten am Straßenrand und in Grünanlagen. Im Herbst sammeln die Kinder auch heute noch ihre dicken Samen, um damit zu spielen und zu basteln. Da die Samen als Pferdefutter dienten und zudem deren Husten lindern sollten, erhielt die Kastanie den Beinamen „hippocastanus“.

Auf die fingerförmigen Blätter werden Kinder spätestens in der Grundschule aufmerksam gemacht, wenn sie lernen die Bäume in ihrer Umgebung zu erkennen. Sie setzen sich aus fünf bis sieben Fiederblättern zusammen, die verkehrt eiförmig geformt sind und bis zu knapp 20 cm lang sein können. Sie sind am Rand doppelt gesägt.

Die kerzenförmigen Blüten, aufrechte Rispen, der Kastanie blühen von April bis Mai. Haben die weißen oder rosa Blüten einen gelben Fleck, bilden sie süßen Nektar. Sobald die Blüte befruchtet ist, stellt sie dessen Bildung ein und der Fleck verfärbt sich rosa. Bei Kastanien gibt es viele Pollen zu holen, pro Blütenstand sollen es bis zu 42 Millionen sein. Das kann kaum eine Pflanze überbieten.

Bereits im Frühjahr bilden sich die dicken, stacheligen Hüllen der Kapselfrüchte, in denen die Samen heranreifen. Wenn sie sich im September und Oktober öffnen, geben meist eine, seltener zwei bis vier Früchte frei - die glänzend braunen Kastanien mit meist zwei bis vier Zentimeter Durchmesser.

Aus Kastanien wird ein Inhaltsstoff gewonnen, das Aescin, das zur Behandlung von Venenbeschwerden wie Krampfadern bzw. chronische Veneninsuffizienz verbunden mit Schwellungen, Schweregefühl, Schmerzen und Juckreiz eingesetzt wird. Auch zur Behandlung von Wadenkrämpfen und Unterschenkelgeschwüren sowie zur Vorbeugung von geschwollenen Beinen oder einer Thrombose im Zusammenhang mit langen Flug- oder Busreisen hat sie sich schon bewährt. Aus Sicht der chinesischen Medizin bewegt die Rosskastanie das Blut, hält es aber auch in den Gefäßen. Ihre Anwendung kann äußerlich in Form von Salben und Gels sowie innerlich in Form von Extrakten erfolgen, die als Fertigpräparate im Handel verfügbar sind.

Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen und Beschwerden im Magen-Darm-Trakt sowie bei äußerlicher Anwendung Juckreiz. Lesen Sie bitte zu weiteren möglichen Nebenwirkungen die Packungsbeilage. Patienten mit Nierenerkrankungen bzw. Patienten, die Medikamente einnehmen, die die Nieren schädigen können, sollten auf die Rosskastanie verzichten. Darüber hinaus sind weitere Wechselwirkungen mit Medikamenten nicht ausgeschlossen.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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