Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Schachtelhalm (Equiseti herba)

Der Schachtelhalm gehört zu den ältesten Pflanzen dieser Erde. Daran, dass er einst deutlich höher wuchs (bis 30 m), erinnert heute noch seine lange Wurzel, die bis zu 2 m tief ins Erdreich eindringen kann. Heute werden die quirlig verzweigten Sprossen nur noch 50 cm hoch, bleiben aber hartnäckig dort, wo sie sich angesiedelt haben, da die Wurzeln unterirdisch verzweigen und neue Sprossen hervorbringen. Die Gattung erhielt ihren Namen Equisetum, weil der innen hohle Schachtelhalm den Borstenhaaren der Nackenmähne von Pferden ähnelt.

Aufgrund des klar strukturierten Aufbaus der Pflanze geht man davon aus, dass sich dies auch auf den Menschen übertragen kann, der aus dem Schachtelhalm hergestellte Tinkturen zu sich nimmt. Dabei kann er sowohl Struktur geben, wo sie fehlt, aber auch ein Übermaß an Struktur lockern.

Das Kraut wird unter anderem aufgrund seines Gehalts an Kieselsäure und deren Salzen geschätzt. In der TCM gilt es daher als Nieren- und Lungen-Qi und -Yin-Tonikum. Es erhöht die Harnmenge und kann daher zum Durchspülen der Harnwege und zur Behandlung von Ödemen nach Verletzungen verwendet werden, was auch Sicht der chinesischen Medizin einem Ausleiten von Feuchtigkeit entspricht. Für einen Tee für einen Erwachsenen sollte ein Esslöffel des Krauts über Nacht in etwa 500 ml kaltem Wasser ziehen, bevor es am folgenden Morgen ausgekocht wird. Alternativ kann man es mit Wasser überbrühen und 10 Minuten auskochen und weitere 15 Minuten ziehen lassen. Der Tee kann in einer Thermoskanne aufbewahrt und über den Tag verteilt getrunken werden. Zusätzlich sollte man reichlich Wasser trinken.

Auch eine Behandlung oberflächlicher Wunden ist möglich. Für Spülungen, Bäder und Umschläge werden 10 g des Krauts mit einem Liter Wasser ausgekocht.

Mögliche Nebenwirkungen sind Beschwerden im Magen. Patienten mit eingeschränkter Tätigkeit von Herz oder Niere sollten auf Schachtelhalm verzichten. Die Wirkung von entwässernd wirkenden Arzneistoffen wie ACE-Hemmern, Sartanen oder Diuretika sowie von Blutdrucksenkern kann verstärkt werden. Darüber hinaus können Wechselwirkungen mit weiteren Medikamenten, insbesondere mit der hochaktiven antiretroviralen Therapie von HIV-Patienten nicht ausgeschlossen werden.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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