Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Zimt (Cinnamomi cortex)

Der Zimt gehört zwar für viele zu Weihnachten wie der mit Kerzen beleuchtete Tannenbaum, aber eine heimische Pflanze ist der Zimtbaum nicht. Er stammt vielmehr aus Sri Lanka, dem früheren Ceylon, nachdem eine Zimtart benannt ist - der Ceylon-Zimt (Cinnamomum ceylonicum). Das Gewürz wird ebenso wie die medizinisch verwendete Zimtrinde aus den Rinden der dünnen Zweige des sechs bis zwölf Meter hohen Baums gewonnen. Der Kork und die äußere Rindenschicht werden entfernt, so dass nur die sich charakteristisch einrollende Innenschicht in den Handel kommt. In der chinesischen Medizin ist die Zimtrinde Bestandteil einiger klassischer Rezepturen.

Alljährlich widmen sich um die Plätzchenzeit auch die Medien dem Zimt. Grund ist ein günstiger Verwandter des Ceylon-Zimts, der aus China stammende, aus der Blüte gewonnene Cassia-Zimt. Er enthält vor allem mehr leberschädigende Cumarine als der als unbedenklicher eingestufte Ceylon-Zimt. Insbesondere Kleinkinder können die tolerierbare Cumarin-Dosis bereits durch den Konsum von kleinen Mengen an Zimtsternen (30 g bei 15 kg Körpergewicht) oder Lebkuchen (100 g bei 15 kg Körpergewicht) überschreiten. Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen sind erste Hinweise auf eine zu hohe Cumarin-Aufnahme. Herzrasen, eine Beschleunigung der Atmung und Darmperistaltik sowie Schweißausbrüche sind mögliche Hinweise auf eine Überdosierung von. Im Anschluss an diese Beschwerden kann unter anderem Schläfrigkeit auftreten.

Der medizinische Nutzen von Zimt beruht auf seiner verdauungsfördernden, krampflösenden Wirkung. Aus Sicht der chinesischen Medizin wärmt er das Innere, sträkt das Yang und macht die Leitbahnen frei. Darüber hinaus wird eine den Blutzuckerspeigel senkende Wirkung diskutiert. Daher sollten Diabetiker aufpassen, denn die Wirkung ihrer Medikamente kann verstärkt werden. Je nach verwendetem Arzneistoff kann dies zu einer Unterzuckerung führen. Diabetiker sollten daher immer Traubenzucker mit sich führen, damit sie gegebenenfalls sofort darauf reagieren können. Zudem sollten sie ihren Blutzuckerspiegel konsequent wie mit dem Arzt vereinbart kontrollieren.

Zimt wird nicht alleine als Tee zubereitet. Er kann jedoch einer Teemischung zugefügt werden. Lassen Sie sich hierzu von fachkundigen Personen beraten. Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich, deshalb sollte bei bekannter Unverträglichkeit auf Zimt verzichtet werden.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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