Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Borretsch

Die Blätter des Borretschs (Borago officinalis) sind zwar nach wie vor Bestandteil der Frankfurter grünen Soße, dürfen also auf dem Markt verkauft werden, und auch die Blüten haben Einzug in die Küche erhalten, doch als Arzneipflanze darf das Kraut (Boraginis herba) nicht mehr verwendet werden. Ebenso sollte man sich mit dem Genuss von Gerichten, die Borretsch enthalten, etwas zurückhalten. Grund ist sein Gehalt an Alkaloiden, die mit gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht werden. Ganz unberührt von dieser Problematik lassen sich Bienen, Hummeln und viele andere Insekten unverändert von Mai bis September von den Blüten des Borretsch und denjenigen seines Verwandten, dem Beinwell, anlocken.

Die Pflanze gehört zu den Raublattgewächsen (Boraginaceae) und wird ca. 70 cm hoch. Alle oberirdischen Pflanzenteile mit Ausnahme der Kron- und Staubblätter sind borstenähnlich stark behaart. Ihre Blüten mit den fünf anfangs kräftig rosafarbenen, später leuchtend blauen Kronblättern hängen leicht nach unten, so dass man sich schon etwas beugen muss, um ihren Anblick zu genießen. Dabei sehen sie aufgrund ihrer eng stehenden Staubblätter, die wie ein Kegel aus dem Kranz der spitz zulaufenden Kronblätter hervor ragen, ganz einzigartig aus.

Medizinisch genutzt wird das Borretschsamenöl (Boraginis oleum) zum Beispiel bei Neurodermitis, da es ähnlich wie die Samen der Nachtkerze oder des Leinsamens über einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren verfügt. Hoch ist vor allem sein Gehalt an Gamma-Linolensäure. Aus diesem Grund kann das Öl auch zur Pflege von trockener oder gereizter Haut verwendet werden. Unbestätigt ist dagegen die Beobachtung von Plinius und anderen, denen zu Folge die Blüten des Borretsch fröhlich stimmen.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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