Traditionelle chinesische & japanische Medizin im Glockenbachviertel

Wege entsehen dadurch, dass man sie geht.
Franz Kafka

    
   

Knotiger Braunwurz (Scrophulariae herba)

Der knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa) gehört wie die Königskerze zu den Braunwurzgewächsen. Der einen halben bis einen Meter hohe Strauch wächst in feuchten Gebieten von Flussufern, Wäldern, Waldrändern oder Büschen und ist unter anderem nach seinen bodenständigen Knollen (nodosum = knotig) benannt, die sich am Übergang zwischen dem Wurzelstock und dem Stängel bilden. Das Erscheinungsbild erinnerte die Menschen in früheren Zeiten an die Lymphknoten, weshalb sie gerne als Arzneipflanze einsetzten, um den Lymphfluss anzuregen. Zugleich galt sie als effektive Haut- und Schleimhautpflanze gegen „Skrofulose“. Gemeint waren der Milchschorf bei Kindern, Neurodermitis und andere mit Trockenheit und Schuppenbildung einher gehende Hauterkrankungen.

Die mit den Lippenblütern verwandten Braunwurzgewächse wurden früher Rachenblütler genannt, weil ihre Kelch- und Kronblätter zu einer Röhre verwachsen sind, die einem Schlund ähnelt. Am Eingang der unscheinbaren braunen Blüten reckt beim Braunwurz wie eine Zunge zwischen Juni und Juli die Narbe heraus gefolgt von den Staubbeuteln. Die Blüten wachsen an rispenartigen Blütenständen mit kantigen Stängeln. Sie ziehen Bienen und Wespen magisch an. Im Herbst bilden sich kleine Kapselfrüchte.

Auch heute wird der Braunwurz in der chinesischen Medizin bei Hauterkrankungen eingesetzt, die mit Hitze, Toxinen oder einem Mangel an befeuchtendem und nährendem Yin einher gehen. Gemeint sind von Akne über Neurodermitis bis zu Schuppenflechte, Wunden und Abszessen eine breite Palette von Hauterscheinungen. Aber auch Hämorrhoiden, Halsentzündungen oder Schwellungen der Lymphdrüsen können ein Anwendungsgebiet sein. Verwendet werden das Kraut und die Wurzel im Tee oder in der Tinktur.

Bei Herzerkrankungen und Diabetes sollte auf Braunwurz verzichtet werden wie in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!