Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Duftveilchen (Viola odorata)

Das Duftveilchen, das auch wohlriechendes Veilchen genannt wird, gehört zu den ersten Frühlingsboten in der Natur. Nach Schneeglöcken, Winterlingen oder Krokussen, zeigen sich die ersten violetten Blüten meist schon im März. Daher wird es im Volksmund auch Märzveilchen genannt, aufgrund seines typischen Aromas heißt es aber auch Duftveilchen oder wohlriechendes Veilchen. Es vermehrt sich über Ausläufer und wurde schon in der Antike als Heilpflanze genutzt. Zu seinen nahen Verwandten gehört das Feldstiefmütterchen.

Die Pflanze wird lediglich fünf bis fünfzehn Zentimeter hoch. Ihre Blüten entspringen der Mitte einer grundständigen Rosette aus dunkelgrünen, nierenförmigen, behaarten Laubblättern. Sie setzt sich aus fünf strahlend leuchtenden, charakteristisch angeordneten Kronblättern zusammen, von denen sich zwei in der oberen Hälfte befinden und drei in der unteren Hälfte. Kleine weiße Häarchen schützen das Innere der Blüte.

Kulinarisch gelten die Blüten als Delikatesse aus denen unter anderem intensiv schmeckende Essige, Zucker, Parfaits oder Liköre zubereitet werden können. Aus Frankreich stammen die kandierten Duftveilchen. Blüten und Blätter können zudem in kleinen Mengen einem Wildkräutersalat zugefügt werden. Größere Mengen sollte man allerdings vermeiden, da sie zu Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führen können.

Medizinisch werden das getrocknete Kraut, das aus allen oberirdischen Pflanzenteilen besteht, und die Wurzel verwendet. Das Kraut wirkt erweiternd auf die Blutgefäße und kann so den Blutdruck senken. Außerdem kann es erhöhte Blutfettwerte senken. In der Erfahrungsmedizin hat es sich auch zur Behandlung von Ekzemen bewährt. Wegen seiner schleimlösenden Inhaltsstoffe kann das Duftveilchen ferner bei Erkältungen mit Husten oder Heiserkeit verwendet werden. Darüber hinaus wirkt es aufgrund seines Gehalts an Salicylsäure schmerzlindernd. In der chinesischen Medizinwird es als kühles, befeuchtendes und Schleim lösendes Kraut bei Infektionen der Atemwege eingesetzt sowie bei verschiedenen Erkrankungen der Haut. Hier schätzt man auch den beruhigenden Effekt der Arzneipflanze.

Äußerlich ist die Veilchensalbe anwendbar bei trockener, rissiger Haut und zur Narbenpflege.

Personen, die Salicylsäure nicht vertragen, sollten Duftveilchen allerdings ebenso meiden, wie Patienten, die sogenannte Blutverdünner einnehmen. Darüber hinaus sind weitere Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich, deshalb sollte vor einer gemeinsamen Anwendung mit Arzneimitteln immer ein Arzt oder Apotheker zu Unbedenklichkeit befragt werden.

Früher gab man zahnenden Kindern Veilchenwurzeln zum Kauen. Diese Anwendung wird heute nicht mehr empfohlen - unter anderem weil dies zu Brechreiz führen kann.

Empfehlungen für eine Dosierung für einen Tee gibt es nicht, da bisher keine Monographie erstellt wurde. Um die Schleimstoffe zu erhalten, kann man ihn kalt ansetzen, drei Stunden ziehen lassen, aufkochen und dann abseihen. Die Tageshöchstdosis für einen Erwachsenen liegt bei ca. 5 g. Der aus den Blüten hergestellte Tee kann für äußerliche Anwendungen genutzt werden, z. B. für Teilbäder bei Hauterkrankungen oder Umschläge. Für innerliche Anwendungen können Tinkturen verwendet werden.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

 Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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