Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Lindenblüten (Tiliae flos)

Die Sommerlinden (Tilia platiphylos) verströmen im Juni alljährlich einen angenehmen Duft, wenn sich ihre kleinen, fast unscheinbaren, gelben oder weißen Blüten öffnen. Betrachtet man die blühende Linde aus der Ferne, ahnt man, dass jeder Baum über tausende Blüten trägt, die in Trugdolden traubenförmig herabhängen. Ihnen verdanken die Bäume mit den charakteristischen herzförmigen Laubblättern ein Farbenspiel zahlloser Weiß-, Gelb- und Grüntöne. Sie locken in dieser Zeit viele Bienen an, die sich ihren Nektar und Pollen holen. Etwas später blühen dann die Winterlinden (Tilia cordata). Ihnen und ihren Imkern verdanken wir den Lindenblütenhonig.

Viele Menschen trinken Lindenblütentee, wenn sie spüren, dass sich eine Erkältung anbahnt oder diese bereits ausgebrochen ist. Der Tee wirkt schweißtreibend, deshalb sollte man sich Kleidung zum Wechseln bereitlegen und im Anschluss an den Genuss des Tees ins warme Bett legen. Aus Sicht der chinesischen Medizin handelt es sich um eine die Poren und damit die Oberfläche öffnende Wirkung. So kann Fülle, in diesem Fall der eingedrungene Erreger, ausgeleitet werden. Lindenblüten können hierfür nicht nur bei aktuen Infekten, sondern auch anhaltenden Beschwerden zum Einsatz kommen. Aufgrund ihres Gehalts an Schleimstoffen lindern Lindenblüten zudem Reizhusten, indem sie die Schleimhäute befeuchten. Außerdem beruhigen sie die Nerven und wirken krampflösend. So können Sie Folgen von Stress lindern.

Die Zubereitung des Tees für Erwachsene erfolgt mit einem Teelöffel (etwa 2 g) der getrockneten Blüten pro Tasse, die mit kochendem Wasser übergossen werden, etwa 5–10 Minuten abgedeckt ziehen und dann abgeseiht werden.Sie können täglich bis zu 4 Tassen des Tees trinken. Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Insbesondere die aus den Knospen gewonnenen Gemmopräparate der Silberlinde (Tilia tomentosa) haben sich bei Schlafstörungen bewährt.Insbesondere die aus den Knospen gewonnenen Gemmopräparate der Silberlinde (Tilia tomentosa) haben sich bei Schlafstörungen bewährt. Die Dosierung des Gemmopräparats erfolgt nach Angaben des Herstellers.

Übrigens: wussten Sie, dass man sich früher unter der Linde traf, um Recht zu sprechen, aber auch um sich gegenseitige Liebe zu versprechen?

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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