Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Eibisch (Althaeae folium / radix)

Der ursprünglich aus Asien stammende Eibisch (Althaea officinalis) ist hierzulande inzwischen schon lange heimisch. Die aufrecht wachsende Pflanze wird gut eineinhalb Meter groß und hat handförmige Laubblätter. Dies ist ein erster Hinweis auf ihre Verwandtschaft mit der Malve. Beide gehören zu den Malvengewächsen (Malvaceae). In den Blattachseln bilden sich von Juli bis September weiße bis zartrosa Blüten.

Medizinisch werden die Eibischblätter (Althaeae folium) und die Eibischwurzeln (Althaeae radix) aufgrund ihres Gehalts an Schleimstoffen verwendet. Sie eignen sich daher wie der Leinsamen zum Befeuchten der Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt bei entsprechenden Reizungen. Zusätzlich befeuchten sie aber auch die Atemwege, so dass der Eibisch einen trockenen Reizhusten lindern kann.

Lunge und Dickdarm sind aus Sicht der TCM zwei Yin-Yang-gekoppelte Organe, die Lunge ist das Yin-Organ, der Dickdarm das Yang-Organ. Beide Organe gehören zum Element Metall und müssen das, was nicht mehr benötigt wird loslassen: die Lunge die sauerstoffarme Atemluft, der Dickdarm die Verdauungsreste.

Für einen Tee für Erwachsene lässt man 1 Esslöffel der Blätter oder 1-2 Teelöffel der Wurzel ein bis zwei Stunden in etwa 150 bis 200 ml Wasser kalt ziehen, erwärmt ihn schonend und gießt ihn nach dem Aufkochen sofort ab. Auch Kinder ab einem Alter von drei Jahren (Tagesdosis 3-4 g der Wurzel) und Jugendliche (Tagesdosis 10 g der Wurzel) können Eibisch verwenden. Die getrocknete, geschälte und geschnittene Wurzel ist aufgrund ihres Gehalts an Schleimstoffen schlecht haltbar. Sie schimmelt leicht und muss daher sehr trocken gelagert werden. Man sollte sich keine größeren Vorräte anschaffen. 

Aufgrund des Gehalts an Schleimstoffen sollte zu einer Medikamenteneinnahme ein Abstand von etwa 2 Stunden eingehalten werden, da die Aufnahme der Wirkstoffe sonst beeinträchtigt sein kann.

Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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