Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Passionsblume (Passiflorae herba)

Die Heimat der Passionsblume sind die Tropen und Subtropen, doch auch hierzulande ist sie in Gärten und Wohnzimmern inzwischen anzutreffen. Die Kletterpflanze verfügt über drei- bis fünflappige Blätter, die dicht die dünne Sprossachse umranken. Zu ihrem Namen kam die Pflanze aufgrund ihrer radiärsymetrischen Blüte mit in konzentrischen Kreise angelegten meist weißen Hüllblättern und den darüber gelegenen, intensiv gefärbten, fadenförmigen Staubblätter (Staminodien). Deutlich sichtbar ragen in ihrer Mitte die Narben und Staubgefäße empor. Dieser Aufbau erinnerte den Arzt und Botaniker Nicolás Monardes an die Passion Christi. Was bei anderen Blüten manchmal fast schamhaft versteckt ist, präsentiert diese Blüte als wollte sie rufen: „Schaut her, was ich zu bieten habe!“. Ihr Durchmesser kann je nach Variante bis zu 18 cm erreichen.

Ihre eiförmigen Früchte, es handelt sich um Beeren, haben eine feste, ledrige Hülle in der sich die essbaren Beeren in einem schleimigen Saft befinden. Am besten schneidet man die Frucht in zwei Hälften und löffelt sie aus. So kann man den Organismus mit reichlich Vitamin C versorgen. Der Saft ist unter der Bezeichnung Maracujasaft bekannt.

Aus dem getrockneten Kraut können Erwachsene mit einem Teelöffel pro Tasse einen Tee zubereiten (ca. 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen), um Unruhe, Nervosität, Spannungszustände in Folge von Stress oder Schlafstörungen zu lindern. Auch Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Ängste können nachlassen. Aus Sicht der chinesischen Medizin zählt die Passionsblume deshalb unter anderem zu den Qi-bewegenden und Hitze ausleitenden Arzneipflanzen.

Die Passionsblume ist daher Bestandteil vieler Fertigpräparate, in denen sie mit ähnlich wirkenden Kräutern kombiniert ist. Auch für einen Tee kann eine entsprechende Mischung zusammengestellt werden. Lassen Sie sich hierzu von fachkundigen Personen beraten.

Allerdings beeinträchtigt der Konsum unter Umständen die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen. Das gilt vor allem, wenn die Passionsblume mit beruhigend wirkenden Medikamenten angewendet wird, deren Wirkung verstärkt werden kann. Darüber hinaus sind mit einer Vielzahl weiterer Arzneistoffe Wechselwirkungen möglich. Auch allergische Reaktionen sind möglich.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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