Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Fenchel (Foeniculi fructus)

Fenchel (Foeniculum vulgare) ist im Mittelmeerraum beheimatet. Er gehört zu den Doldenblütlern. Bei den Vertretern dieser Pflanzenfamilie verzweigen sich die Blütenstiele strahlenförmig, so dass sie an ein Schirmchen erinnern. Beim Fenchel bildet sich an bis zu 25 cm langen Stängeln eine Doppeldolde, das heißt auf jedem Blütenstiel sitzt eine zweite Dolde mit meist 14 bis 29 gelben Einzelblüten.

Man unterscheidet neben dem gewöhnlichen, bittersüßen Fenchel, den süßen Fenchel und den Gemüsefenchel. Vom bittersüßen und dem süßen Fenchel werden die Früchte verwendet, vom Gemüsefenchel jedoch die gedickte Basis der Stängel. Die Pflanze wird bis zu etwa eineinhalb Metern hoch und hat haarförmige, gefiederte Blätter.

Schon die alten Griechen kannten den Fenchel und nutzten ihn für medizinische Zwecke. Die Früchte enthalten vor allem ätherische Öle, aber auch Mineralstoffe, Proteine und fette Öle. Sie wirken krampflösend bei Menstruationsbeschwerden und Schmerzen im Magen-Darm-Trakt, entblähen, regen den Appetit an und lösen zudem Schleim bei Erkältungen. Bei einer bekannten Allergie gegen Doldenblütler sollten sie jedoch nicht verwendet werden.

In der chinesischen Medizin wird der Fenchel als Kraut geschätzt, das von Kopf bis Fuß - oder in allen drei Erwärmern - sinnvoll eingesetzt werden kann, wenn die Betroffenen leicht frieren. Sein krampflösender Effekt wird als eine bewegende Wirkung gedeutet.

Erhältlich sind neben den getrockneten Früchten auch ein Fenchelhonig, eine Tinktur und Trockenextrakte. Für einen Tee brühen Erwachsene pro Tasse einen Teelöffel der zuvor angestoßenen Früchte auf und lassen ihn 15 Minuten abgedeckt ziehen.

Fenchel enthält unter anderem Estragol, das sich isoliert im Tierversuch als krebserregend erwiesen hat. Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Fenchel daher nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen. Hoch dosiert kann das ätherische Öl des Fenchels unter anderem die Wirkung hormoneller Kontrazeptiva (Antibabypille) beeinträchtigen. Auch mit anderen Medikamenten sind Wechselwirkungen möglich. Zudem kann eine durch bestimmte Arzneistoffe erhöhte Lichtempfindlichkeit verstärkt werden. Lassen Sie sich hierzu von einem Apotheker oder Arzt beraten.

 

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

Zurück zu den Arzneipflanzen des Monats