Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Löwenzahn

Den Löwenzahn kennt wohl jedes Kind. Im Frühjahr erfreuen anfangs die strahlend gelben Blüten auf den Wiesen nach einem langen grauen Winter das Gemüt, die sich in die sogenannte Pusteblume verwandeln. Kaum ein Kind ahnt allerdings, dass es beim Pusten zur Verbreitung des Löwenzahns beiträgt. Und Freunde des englischen Rasens haben ihre liebe Mühe die immer wieder keimenden Pflänzchen zu beseitigen. Der Milchsaft hinterlässt braune Flecken auf der Haut oder der Kleidung.

Der Löwenzahn (Taraxacum officinalis) gehört wie die Artischocke, das Gänseblümchen, die große Klette, die Mariendistel,die Wegwarte oder der Wermut zu den Korbblütlern (Asteraceae). Seine charakteristischen länglichen, tief eingeschnittenen, spitz zulaufenden Laubblätter bilden eine grundständige Rosette aus deren Mitte die hohlen Blütenstängel herauswachsen, an deren Ende sich der Blütenstand mit seinen konzentrisch angeordneten gelben Zungenblüten befindet. Bei Regen und in der Dunkelheit schließt sich die Blüte. Ist sie verblüht, bilden sich im Innern der Hüllblätter die Früchte mit ihren haarigen Flugschirmen, dem Pappus. So kann auch der Wind die Samen verbreiten, wenn kein Kind zur Stelle ist, um diese wichtige Aufgabe zu übernehmen.

Der Löwenzahn bildet kräftige Wurzeln, die zum Leidwesen vieler Hobbygärtner nachwachsen, sofern man sie nicht komplett entfernt. Sie werden ebenso medizinisch genutzt wie das Kraut. Die Pflanze wirkt verdauungsfördernd, harntreibend und regt den Fluss der Galle an. Auch zur unterstützenden Begleittherapie von Rheuma wird er von Betroffenen geschätzt. Aus Sicht der chinesischen Medizin gehört der Löwenzahn sowohl zu den Kräutern, die Fülle ausleiten als auch zu denjenigen die Leere tonisieren. Im Handel sind neben der getrockneten Pflanze Presssäfte, Tinkturen und Extrakte erhältlich.

Für eine Tasse Tee nehmen Erwachsene drei bis fünf Gramm des getrockneten Krauts mit Wurzel und kochen diese kurz mit dem Wasser auf, lassen den Tee 10 Minuten ziehen und seihen ihn dann ab. Pro Tag sollten nicht mehr als 30 g konsumiert werden. Da Löwenzahn entwässert, muss zusätzlich reichlich Wasser getrunken werden. Zudem kann auf diese Weise die Wirkung von entsprechend wirkenden Arzneistoffen wie ACE-Hemmern, Sartanen oder Diuretika verstärkt werden. Ferner kann die Wirkung Antidiabetika verstärkt werden, so dass es zu einer Unterzuckerung kommen kann. Kontrollieren Sie bei gemeinsamer Anwendung regelmäßig Ihren Blutzuckerspiegel und führen Sie Traubenzucker mit sich, damit Sie gegebenfalls schnell reagieren können, wenn Ihr Blutzucker zu stark absinkt. Auch mit anderen Arzneistoffen sind Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen, lassen Sie sich diesbezüglich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

Treten unter der Anwendung Fieber, Harnverhalten, Krämpfe beim Wasserlassen oder Blut im Urin auf, muss ein Arzt aufgesucht werden. Bei bekannter Allergie gegen Korbblütler sollte auf Löwenzahn ebenso verzichtet werden wie bei Erkrankungen der Gallenwege einschließlich Gallensteinen.

Der Löwenzahn ist auch als Nahrungsmittel interessant. Die jungen Blätter sind eine leicht bittere Zutat für einen Wildkräutersalat, aus den Blüten kann ein Gelee gewonnen werden. Smoothie-Fans geben ihn auch gerne ihrem Getränk bei. Die Bitterstoffe regen jedoch nicht nur den Appetit, sondern auch die Bildung der Magensäfte an und können zu einer Übersäuerung führen.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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