Traditionelle chinesische & japanische Medizin im Glockenbachviertel

Wege entsehen dadurch, dass man sie geht.
Franz Kafka

    
   

Mönchspfeffer (Agni casti fructus)

Der Mönchspfeffer (Vitex agnus castus), der auch als Keuschlamm bekannt ist, gehört wie Andorn, Basilikum, Salbei, Thymian, Gundermann, Pfefferminze, Melisse, Lavendel oder Taubnessel zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Der drei bis fünf Meter hohe Strauch wächst im Mittelmeerraum und hat charakteristisch, handförmige Fiederblätter, die kreuzgegenständig angeordnet sind. Jedes der fünf bis sieben Blattfiedern wird etwa zehn cm lang und ist an der Oberseite kahl, an der Unterseite jedoch behaart.

Die blauen bis fliederfarbigen Lippenblüten bilden sich an ährenartigen Blütenständen zwischen September und Oktober. Ihnen folgen die rötlich-schwarzen, aromatisch-scharf schmeckenden Früchte, die an Pfeffer erinnern und den Namen der Pflanze mit prägten. Hierzu trugen aber auch die Gewohnheiten von Mönchen bei, die die Früchte angeblich konsumierten, um ihre sexuelle Lust zu hemmen. Dies spiegelt auch der lateinische Namenszusatz Agnus castus, wobei sich agnus Lamm und castus keusch bedeutet. Daran dass die Äste des Strauchs einst zur Herstellung von Flechtzäunen verwendet wurden, erinnert der lateinische Name Vitex (lat. Vitilium = Flechtwerk).

Heute wird der Mönchspfeffer vornehmlich in der Frauenheilkunde verwendet, da er einen regulierenden Einfluss auf den Hormonhaushalt hat. So kann er Zyklusstörungen wie zu häufige, zu wenige, ausbleibende oder schmerzhafte Regelblutungen regulieren und kann daher auch in der Kinderwunschbehandlung ein erstes Mittel der Wahl sein, wenn eine naturheilkundliche Behandlung bevorzugt wird und die Ursache vom Wirkungsspektrum des Mönchspfeffers abgedeckt ist. Aber auch Beschwerden des prämenstruellen Syndroms mit Spannungsgefühl und Schmerzen in den Brüsten, Wassereinlagerungen oder Stimmungsschwankungen sowie klimakterische Beschwerden vermag er zu lindern. In der chinesischen Medizin wird der Mönchspfeffer daher als Arzneipflanze geschätzt, die Qi und Blut bewegt, aber auch Feuchtigkeit beseitigt. Hierzu sollten Tinkturen oder Fertigarzneimittel bevorzugt werden. Da die Wirkung des Mönchspfeffers nach und nach eintritt, muss er über einen Zeitraum von mindestens drei bis sechs Monaten angewendet werden.

Bekannte Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Reaktionen mit Ausschlag, Juckreiz oder Gesichtsschwellung. Während einer Hormonbehandlung und bei bekannte Unverträglichkeit sollte der Mönchspfeffer nicht eingenommen werden. Auch Wechselwirkungen mit Medikamenten sind möglich.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!