Praxis für traditionelle chinesische & japanische Medizin im Glockenbachviertel

Wege entsehen dadurch, dass man sie geht.
Franz Kafka

    
   

Herzgespann (Leonurus cardiacus)

Der zur Familie der Lippenblütler gehörende Herzgespann (Leonurus cardiacus) ist unter anderem mit Andorn, Basilikum, Taubnessel, Pfefferminze, Melisse, Rosmarin, Salbei, Gundermann, LavendelYsop, Wolfstrapp oder Mönchspfeffer verwandt und wächst auf Schutt und Lehmböden. Seine verschiedenen Vertretr sind sowohl in Mitteleuropa und Skandinavien als auch in Russland und Zentralasien beheimatet. Hierzulande ist er gebietsweise allerdings vom Ausserben bedroht.

Die Pflanze wird bis über 1 m hoch und verfügt über eine längs gerillten, stark behaarten Stängel mit kreuzgegenständig angeordneten Blättern, die in 3 bis 7 Lappen gespalten, grob gesägt, an der Unterseite flaumig behaart sind. Die unteren Blätter sind größer als die oberen Blätter. Dabei weisen ihre Spitzen oft zur Erde, so dass es aussieht, als würde sich der Stängel mit seinen Blättern nach außen schützen.  

Die hellrosafarbenen Blüten zeigen sich von Juni bis September dicht gedrängt in Scheinquirlen auf einem Tragblatt übereinander angeordnet. Dem Erscheinungsbild dieser Scheinähre verdankt die Pflanze ihren zweiten deutschen Namen Löwenschwanz. Die Einzelblüten bestehen aus einem Kelch mit 5 scheinbar dornigen Zähnen und den rosa bis weißlichen Lippenblüten. Die helmförmige, stark behaarte Oberlippe beugt sich über die dreispaltige Unterlippe.

Auch im Gattungsnamen „Leonurus“ findet sich die Ähnlichkeit zum Löwenschwanz. Er leitet sich vom Lateinischen Wort für Löwe (leo Genitiv: leonis) und dem griechischen Wort für Schwanz „oura“ ab. Der Zusatz cardiaca verweist dagegen auf den das Herz unterstützenden Effekt der Pflanze hin und leitet sich vom griechischen Wort für Herz (cardia) ab. Im deutsche Namen „Herzgespann” ist der Begriff „Gespann” überliefert, einem altdeutschen Wort für „Krampf”.

Mögliche Wirkungen des Herzgespanns (Leonuri herba)

Das Hauptanwendungsgebiet des Krauts des Herzgespanns (Leonuri herba) sind nervöse Herzbeschwerden wie Herzklopfen, Herzrasen oder Durchblutungsstörungen, aber auch damit verbundene Ängste. Ebenso Menstruationsbeschwerden können gelindert werden. Aus Sicht der chinesischen Medizin bewegt der Herzgespann Qi und Blut. Außerdem beruhigt er den Herz-Geist, Shen.

Da er die Blutgerinnung hemmt sowie den Herzrhythmus und den Blutdruck reguliert, sollten mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten unbedingt ausgeschlossen werden. Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:
www.arzneipflanzenlexikon.info
www.phytodoc.de
www.therapeutika.ch
Monographie der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA)

 

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!