Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Ringelblume (Calendulae flos)

Die etwa 50 cm hohe Ringelblume (Calendula officinalis) gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae). Unermüdlich bildet sie von Juni bis Oktober einen Kranz von leuchtend gelben bis orangefarbenen Zungenblüten, die den inneren Korb von Röhrenblüten umgeben. Gefüllte Ringelblumen haben sogar mehrere Kränze von Zungenblüten. Die Blüten entspringen den Achseln der länglichen, behaarten Blätter, die direkt an der Sprossachse ansetzen, weil sie keinen Blattstil haben. Ihre Verwandtschaft mit anderen Korbblütlern wie Gänseblümchen, Löwenzahn oder Sonnenblume ist offensichtlich. Aber auch Artischocke, Klette, Mariendistel,die Wegwarte oder der Wermut gehören zu der großen Pflanzenfamilie.

Medizinisch werden sowohl die Zungen- als auch die Röhrenblüten verwendet (Calendulae flos). Ihre wässrigen und alkoholischen Auszüge wirken bei äußerlicher Anwendung entzündungshemmend und wundheilungsfördernd. Sie kühlen somit Hitze und eliminieren pathogene Faktoren, die in der chinesischen Medizin als (toxische) Hitze oder Schleim bezeichnet werden. Deshalb können Extrakte für Spülungen oder Teilbäder bei Furunkeln, Wunden oder stumpfen Verletzungen wie Quetschungen oder Prellungen verwendet werden. Auch Salben sind im Handel erhältlich. Bei innerlicher Anwendung können Ringelblumenblüten zur Linderung von Beschwerden im Magen-Darm-Trakt oder einer schmerzhaften Menstruation (Dysmenorrhö) beitragen, da sie krampflösend wirken, aus TCM-Sicht also Qi und Blut bewegen. Zudem regen sie den Lymphfluss an.

Für die Zubereitung einer Tasse Ringelblumentees verwenden Erwachsene 1-2 g der Blüten und übergießen sie mit kochendem Wasser. Der Tee sollte abgedeckt etwa fünf bis zehn Minuten ziehen, bevor er abgeseiht wird. Im Falle einer bekannten Allergie gegen Korbblütler sollte man auf Ringelblumentee jedoch verzichten. Zu den möglichen Nebenwirkungen der Anwendung gehören Irritationen der Haut, die allerdings nur selten auftreten. Bei der Verwendung von Fertigpräparten sollten die Angaben im Beipackzettel beachtet werden.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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