Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Benediktendistel (Cnici benedicti herba)

Das Benediktenkraut ist nach dem heiligen Benedikt benannt, der es bereits empfohlen haben soll. Daher wurde es in Klostergärten angebaut, wo man den positiven Einfluss der Heilpflanze auf das Verdauungssystem schätzte. Ihr bitterer Geschmack regt nicht nur den Appetit an, er lindert zudem unter anderem Völlegefühl und wirkt blähungswidrig. Es wird meist in Teemischungen verwendet.

Die etwa 40 cm hohe Pflanze erinnert an eine Distel. Sie ist stark behaart und hat große, längliche Laubblätter mit einem stacheligen Rand, die wechselständig angeordnet sind. Auch die schmalen, hellen Hüllblätter, die einen Kranz um die Blüte bilden, sind stachelig. Der eigentliche Blütenkorb setzt sich im Juni und Juli aus gelben Röhrenblüten zusammen. Als Mitglied der Korbblütler (Asteraceae) ist die Pflanze mit vielen anderen Heilpflanzen wie Artischocke, Eberesche, Gänseblümchen, Klette, Löwenzahn, Mariendistel oder Ringelblume verwandt. Im Falle einer bekannten Allergie gegen Korbblütler muss man auf den Genuss dieser Kräuter deshalb verzichten.

In der chinesischen Medizin wird die Benediktendistel als Mitte, also den Magen-Darm-Trakt, stärkendes, verdauungsförderndes Kraut geschätzt, das insbesondere bei Feuchtigkeit und Schleim eingesetzt wird. Damit sind Ansammlungen von Substanz gemeint, die sich aufgrund von Stagnation oder Schwäche abgelagert haben. Diese werden wieder in Bewegung versetzt, umgewandelt und ausgeschieden.

Für die Zubereitung eines Tees verwenden Erwachsene 1,5 bis 2 g des Krauts pro Tasse (ca. 150 bis 200 ml) und lassen es abgedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen, nachdem sie es mit kochendem Wasser überbrüht haben.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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