Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Große Klette (Bardanae radix)

Die oftmals als vermeintliches Unkraut vernichtete große Klette (Arctium lappa) entwickelt sich zu einer imposanten Pflanze, wenn man sie wachsen lässt. Ihre herzförmigen oder ovalen Blätter werden vor allem an der Basis bis zu 50 cm lang. Aus der Mitte der Blattrosette streben die Blütenstandschäfte mit ihren kugelförmigen, distelähnlichen, rot bis purpurfarbenen Blüten empor. Sie blühen von Juli bis September. Auffällig sind die äußeren, grünen Hüllblätter mit ihren gelblichen Haken, mit denen sie sich an das Fell von Tieren, aber auch an die Kleidung heften können. So wird die Verbreitung der Samen sichergestellt. Wie die Sonnenblume, die Artischocke, das Gänseblümchen, der Löwenzahn oder die Wegwarte gehört sie zur großen Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Medizinisch wird die getrocknete Pfahlwurzel genutzt. Schon Karl der Große schätzte die große Klette und sorgte dafür, dass sie in Klostergärten angebaut wurde. So stellte er sicher, dass die medizinische Versorgung des herumreisenden Hofs überall gewährleistet war. Zu seiner Zeit wurde die Klettenwurzel aber nicht nur medizinisch genutzt. Sie stand auch auf dem Speiseplan. In Japan, Taiwan und Korea wird sie auch heute noch zusammen mit jungen Blättern als Nahrungsmittel geschätzt.

Die Klettenwurzel kann das Durchspülen der Harnwege bei Erkrankungen der Harnwege fördern und Hauterkrankungen, die Absonderungen von Talg einher gehen wie Akne, Furunkel oder Ekzeme lindern. Es ist auch ein Haaröl verfügbar, das äußerlich angewendet wird.

Erwachsene sollten für die Zubereitung eines Tees aus der getrockneten Wurzel pro Tasse 2,5 g mit 150 bis 200 ml Wasser kalt ansetzen und mehrere Stunden ziehen lassen bevor sie ihn eine Stunde kochen. Der Tee wird erst abgeseiht, wenn er abgekühlt ist.

Da die Klettenwurzel die Harnmenge erhöht, sollte zusätzlich zu ihrer Anwendung reichlich Wasser getrunken werden. Patienten mit Ansammlungen von Wasser (Ödemen) im Zusammenhang mit einer Erkrankung der Nieren oder des Herzens müssen auf die Klettenwurzel verzichten. Dies gilt auch bei bekannten Allergien gegen Korbblütler.

Wenden Sie sich bitte an einen Arzt, wenn Sie während der Behandlung unter Fieber, Harnverhalten, Krämpfe beim Wasser­lassen oder Blut im Urin leiden.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

Zurück zu den Arzneipflanzen des Monats