Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Wegwarte (Cichorii radix)

Die Wegwarte ist einer Legende zu Folge ein verzaubertes Burgfräulein, dessen blaue Augen in Gestalt der Blüten am Wegsrand auf den Liebsten warten. Andere Mythen sprechen ihr die unterschiedlichsten Zauberkräfte zu. Diese haben manch einen Poeten inspiriert ein kleines Gedicht über die Wegwarte zu verfassen.

Die lanzettförmigen Grundblätter der Wegwarte sind am Rand stark gesägt und erinnern an eine robuste, große Variante der Blätter des Löwenzahns. Mit diesem ist die Wegwarte als Mitglied der Korbblüter auch verwandt. Während die Blätter des Löwenzahns bodennah bleiben, wächst die Wegwarte im zweiten Jahr jedoch ca. 1,5 m in die Höhe. An ihren behaarten Stängeln bilden sich täglich neu wunderschöne blauen Blüten. Vielleicht doch die Augen eines Burgfräuleins?

Seit der Antike wird ihre Wurzel als Heilpflanze genutzt, unter anderem zur Behandlung von der Erkrankungen der Verdauungstrakts und der Haut. Auch als Kaffee-Ersatz fand sie bereits Verwendung. Sie ist verwandt mit der Artischocke, dem Gänseblümchen, der großen Klette, dem Löwenzahn, der Mariendistel, der Wegwarte oder dem Wermut.

Aus Sicht der chinesischen Medizin tonisiert die Wegwarte einerseits die Mitte, andererseits kühlt sie unter anderem Hitze und leitet Feuchtigkeit aus. Auf die Dosierung in der Teemischung kommt es dabei an, welche Wirkung im Vodergrund steht.

Für einen Tee für einen Erwachsenen werden gewöhnlich 2 Gramm der getrockneten Wurzel pro Tasse mit kochendem Wasser überbrüht. Man lässt sie 15 Minuten ziehen bevor man sie abseiht. Eine Tasse pro Tag genügt. Wer Gallensteine hat, sollte allerdings auf den Genuss verzichten, da sich die Steine in Bewegung setzen können und eingeklemmt werden können. Auch bei bekannten Allergien gegen Korbblütler sollte man die Wegwarte meiden.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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