Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Gänseblümchen (Bellidis flos)

Fängt das Gänseblümchen (Bellis perennis) im Früjahr an zu blühen, pflücken die kleinen Kinder ihren Eltern gerne kleine Blumensträuße oder fädeln die Blüten an ihren Stängeln zu Ketten und Kronen auf. Ob Kinder ahnen, dass sie ihnen gut tun? Vielleicht war es auch die Affinität von Kindern, die dazu führte, dass man begann sich mit ihrem Einfluss auf das kindliche Gemüt zu befassen. Als pflanzliche Urtinktur gilt das Gänseblümchen als hilfreiche Pflanze für all diejenigen, die sich ungerecht behandelt fühlen, die seelisch oder körperlich verletzt wurden. Wie oft durchleidet die kindliche Seele dieses Gefühl bis sie stark genug geworden ist, die Ungerechtigkeit der Welt zu ertragen?

Die zierlichen Blumen gehören wie die Artischocke, die Klette, der Löwenzahn oder die Wegwarte zur Familie der Korbblütler. Ein Kranz weißer Zungenblüten umgibt den Korb mit den gelben Röhrenblüten. Manch einer bezeichnet die auch als Maßliebchen oder Tausendschön bekannten Gänseblümchen als Delikatesse und möchte sie in einem Wildblumensalat nicht missen. Je nach Geschmack kann man hierfür zusätzlich beispielsweise Duftveilchen, Löwenzahn, Vogelmiere, Brennnesseln, Spitzwegerich oder Taubnesseln sammeln, aber auch ungespritzte Rosenblätter.

Früher häufiger als heute wurden Gänseblümchen zur Behandlung von Erkrankungen der Haut und stumpfen Verletzungen etwa des Bewegungsapparats benutzt. Sie wirken entgiftend, durchblutungs- und wundheilungsfördernd sowie entzündungshemmend. Innerlich kann man getrocknete Gänseblümchen als Tee zubereiten. Diesen sollte man längerfristig regelmäßig trinken, um von ihrem medizinischen Nutzen zu profitieren. Denn das Gänseblümchen ist eine sanfte Pflanze, die erst nach und nach den gewünschten Erfolg bringt. Sie wird den Umstimmern (Aliterativa) zugerechnet, die insbesondere bei Hauterkrankungen Prozesse, die im Körper aus dem Ruder gelaufen sind, wieder ins Gleichgewicht bringen können, wenn man ihnen genug Zeit dafür lässt. Für einen Tee übergießt am 2 Teelöffel der getrockneten Blüten pro Tasse mit kochendem Wasser und lässt diesen etwa 10 Minuten abgedeckt ziehen. Täglich kann man hiervon dreimal eine Tasse trinken.

Bei stumpfen Verletzungen sollte dagegen ein Gänseblümchenöl zum Einsatz kommen. Hierzu müssen die gereinigten Blüten nach der Ernte in ein helles Glas gegeben und mit einem Pflanzenöl bedeckt werden, z. B. Olivenöl. Das Glas stellt man, ohne den Deckel fest zu verschließen, an eine sonnige Stelle, rührt anfangs täglich um und trocknet eventuell kondensiertes Wasser ab. Nach einigen Tagen kann der Deckel dann verschraubt werden. Die Gänseblümchen bleiben so für etwa sechs Wochen im Öl bevor sie abgeseiht werden. Das Öl sollte anschließend in einem dunklen Gefäß kühl gelagert werden. Es hält sich ungefähr ein Jahr und kann in Form von Einreibungen oder Ölverbänden bei Prellungen, Quetschungen, Zerrungen, Verstauchungen und anderen stumpfen Verletzungen zum Einsatz kommen.

Die Gänseblümchen selbst kann man wunderbar verwenden, wenn man unterwegs ist und gestochen wurde, indem man die Blüten verreibt und den austretenden auf den Stich aufträgt. Das lindert den Juckreiz!

Vorsicht ist angebracht bei bekannter Unverträglichkeit. Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen ebenfalls nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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