Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Rosmarin (Rosmarini folium)

Wie Lavendel, Pfefferminze, Salbei, Thymian oder Melisse gehört der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) zu den Lippenblütlern (Lamiaceen). Im Unterschied zu Melisse oder Pfefferminze sind seine tiefgrünen, derben Blätter jedoch sehr schmal und fest, geradezu nadelförmig. Seine Heimat ist der Mittelmeerraum, wo er zu großen, verzweigten Sträuchern oder Büschen heranwächst. Die hellblauen Blüten bilden sich hierzulande natürlich selten im ganzen Jahr, in seiner Heimt ist dies jedoch möglich. Die Blütenform ist namensgebend für die Familie. Charakteristisch ist die aufrechte, schmale, zweiteilige Oberlippe, unter der Staubblätter aus der Blüte heraus ragen. Nach unten schließt sie mit einer dreilappigen Unterlippe, deren mittlerer Lappen löffelförmig erscheint. Schon zu Zeiten von Karl dem Großen war der Rosmarin bekannt. Medizinisch verwendet werden die Blätter aufgrund ihres Gehalts an ätherischen Ölen, deren unverwechselbarer Duft sich bereits beim Ernten der Blätter verbreitet.

Das Rosmarinöl (Rosmarini aetheroleum) ist auch isoliert verfügbar und ist Bestandteil von Einreibungen oder Badezusätzen. Es regt die Durchblutung an und kann daher Kreislaufbeschwerden sowie Schmerzen im Bewegungsapparat lindern. Allerdings wirkt es aus diesem Grund auch anregend, so dass ein Rosmarinbad am Abend vermieden werden sollte.

Ein Badezusatz kann zu Hause auch aus einem Tee mit 50 g getrockneten Rosmarinblättern auf einen Liter Wasser hergestellt werden, der für diesen Zweck 15 bis 30 Minuten ziehen sollte. Zwei Vollbäder pro Woche sind zudem genug. Bei offenen Hautwunden bzw. Verletzungen der Haut, Fieber, Infektionskrankheiten sowie schweren Erkrankungen von Herz oder Kreislauf einschließlich einer Herzschwäche sollte man nicht in Rosmarin baden. Das Öl sollte ebensowenig auf verletzte Haut aufgetragen werden und selbstverständlich nicht in den Augen oder um sie herum verwendet werden.

Innerlich kann ein Tee aus Rosmarinblättern (Rosmarini folium) unter anderem bei Verdauungsbeschwerden zur Anwendung kommen. Da der Tee ebenfalls anregend wirkt, sollte man ihn vorsichtshalber nicht am Abend trinken. Pro Tag können Erwachsene vier bis sechs Gramm Rosmarin für die Zubereitung von Tee verwenden.

Patienten mit Erkrankungen der Gallenwege oder der Leber sollten Rosmarintee ebenso wie Rosmarinöl nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt anwenden. Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen. 

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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