Sabine Ritter, Heilpraktikerin und Apothekerin - Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Japanische Akupunktur und Phytotherapie, München Neuhausen-Nymphenburg

Pfefferminze (Menthae folium) und Pfefferminzöl

Die Pfefferminze (Mentha piperita) zählt zu den Arzneipflanzen, von denen manch einer nicht einmal ahnt, dass sie einen medizinischen Nutzen hat, weil sie aufgrund ihres erfrischenden Geschmacks auch unabhängig von Beschwerden gerne konsumiert wird. Wie die Melisse oder der Andorn gehört sie zu den Lippenblütlern (Lamiaceae), ist aber ein sogenannter Bastard (= Hybride), da sie aus der Kreuzung anderer Minzarten hervorgegangen ist. Die griechische Sage erklärt die Entstehung der Pfefferminze allerdings etwas anders. Demnach soll sich die Nymphe Minthe in eine Pfefferminze verwandelt haben. Da sie nicht nur aromatisch, sondern auch pfefferig scharf schmeckt, erhielt sie sowohl den Beinamen „Pfeffer“.

Von der Pfefferminze sind inzwischen viele Varianten bekannt. So gibt es dunkelgrüne Varianten mit rötlich durchzogenen Stängeln und Blättern (Bild unten) ebenso wie hellgrüne (Bild oben). Die Blattform variiert zwischen lanzett- und eiförmig. Die Nervatur kann violett gefärbt sein. Das Kraut wird bis zu knapp einem Meter groß und bildet zahlreiche Ausläufer. Die weißen bis rosa- oder gar lilafarbenen Blüten bilden sich ährenförmig am oberen Ende und in an Stängeln in den Blattachseln.

Soll die Pfefferminze medizinisch genutzt werden, reicht der Gehalt an ätherischen Ölen von Sorten, die im Lebensmittelhandel zu erwerben sind, in der Regel nicht aus. Daher empfiehlt sich in diesem Fall der Erwerb von Kräutern in Arzneibuchqualität. Dann wirkt das Kraut antimikrobiell, krampflösend und verdauungsfördernd. So kann die Pfefferminze sowohl bei Infekten Linderung verschaffen als auch bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Der Fluss der Gallensäfte wird anregt, ebenso der Transport des Speisebreis aus dem Magen und durch den Darm. Allerdings kann sich ein Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre bei anfälligen Patienten verstärken. Sie sollten dann auf die Pfefferminze verzichten.

Viele Menschen schätzen auch die subjektiv kühlende Wirkung, die möglicherweise auf die Verdunstungskälte des ätherischen Öls zurückzuführen ist. Ihr folgt eine Anregung der Durchblutung. Deshalb ist das ätherische Öle äußerlich aufgetragen auch bei Kopf-, Glieder-, Gelenk- und Nervenschmerzen sowie bei Hautausschlägen beliebt. Spülungen mit dem verdünnten Öl können Entzündungen im Mund lindern. Innerlich wird das Pfefferminzöl auch zur Behandlung des Reizdarms eingesetzt (ein- bis zweimal täglich 1-2 Tropfen auf einem Stück Zucker oder in Wasser). Schließlich wird das Öl bei Erkältungen auch inhaliert (3 bis 4 Tropfen in heißem Wasser; Kopf mit Handtuch bedecken), um den Schleim in den Atemwegen zu lösen und Erreger zu bekämpfen. Allerdings verträgt nicht jeder das Öl beim Inhalieren. Bei unerwünschten Reaktionen in den Atemwegen sollte es je nach Verträglichkeit daher durch ein anderes Öl ersetzt werden. Vorsicht, das ätherische Öl ist auch nicht für Säuglinge oder Kleinkinder geeignet. Es sollte zudem nicht in die Augen geraten.

Neben dem ätherischen Öl und dem getrockneten Kraut sind auch wässrige und alkoholische Auszüge verfügbar. Für eine Tasse Tee nehmen Erwachsene 1 Teelöffel pro Tasse und lassen ihn 10 Minuten abgedeckt ziehen. Drei Tassen pro Tag können getrunken werden. Für Kinder muss die Dosierung an Alter und Gewicht angepasst werden.

Bei Überempfindlichkeit muss auf die Pfefferminze und ihr Öl ebenso verzichtet werden wie bei Erkrankungen von Leber und Gallenblase.

Kinder und Jugendliche jeden Alters, Schwangere und stillende Mütter sollten Arzneipflanzen nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden und auch die Dosierung mit ihm absprechen.

Quellen:

Bitte beachten Sie: Diese Behandlungen mit Kräutern gehören zu den wissenschaftlich / schulmedizinisch nicht anerkannten – den sogenannten naturheilkundlichen oder alternativmedizinischen - Heilverfahren. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sowie bezüglich möglicher Wechselwirkungen mit Medikamenten sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt!

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